Live-Programm

Materialisieren Sie Ihre Schreie mit Boris Dennler

Boris Dennler, Möbeldesigner und eifriger Verwandler von Formen und Objekten, leitet diesen kreativen, spielerischen und lehrreichen Workshop.
Keine Anmeldung nötig.
10.- vor Ort (Teilnahme)

Serie von Kurzstücken für Stimme und Accessoires mit Thierry Dagon

Der Freiburger Chorleiter und Countertenor Thierry Dagon widmet sich den Kurzstücken von John Cage, welche 1970 in der Sammlung „Song Book“ erschienen sind. Jede dieser kleinen Kompositionen ist ein Konzentrat des Denkens von Cage, in dem Aneinanderreihungen, Anarchie, Zufall und die Verwischung der Grenzen zwischen Kunst und Leben zelebriert werden.
Chorsingende, Solosingende oder MusikerInnen, die an dieser Schöpfung teilhaben möchten, melden Sie sich an unter: info@fri-art.ch

Noise, Electro

Bei Techno-Fans unter dem Namen Vatican Shadow bekannt, hat sich Dominick Fernow um die Jahrtausendwende über sein ultra-violence-Projekt Prurient als Master des Harsh Noise etabliert. Die Musik ist im Industrial und Black Metal verwurzelt und mit Feedback, Verzerrungen und Schreien eines Serienmörders angereichert. Seine neuesten Werke sind mit Synthesizer und Melodien überzogen und mildern diesen extremen Cocktail etwas ab – so wird aus dem Snuff-Movie ein Horrorfilm à la John Carpenter. Live darf man sich darauf gefasst machen, dass Fernow in einen Gitarrenverstärker schreit. Ekstase und Ausflippen vom Feinsten.

Exklusive Kreation

Für das Screamscape hat der Freiburger Komponist ein neues Opus seiner Walkman-Serie komponiert. Das Prinzip ist einfach: Eine geschriebene Partitur gibt es nicht, die Sängerinnen und Sänger sind mit einem Headset ausgerüstet und erhalten ihre Anweisungen über Tonband. Diese Mischung aus Komposition, Zufall und Spontanität passt glasklar zum Sreamscape.
Chorsingende, Solosingende oder MusikerInnen, die an dieser Schöpfung teilhaben möchten, können sich unter info@fri-art.chanmelden!

Performance-Konzert

Inspiriert von Dada, Fluxus, John Cage und dem absurden Theater, präsentiert der in Deutschland lebende schweizer Violoncellist, Komponist, Performer und Regisseur eine Improvisation mit Tag- und Nachtvogelschreien.

Vokalensemble

Der Grand Chœur Noise umfasst um die zwanzig Sängerinnen und Sänger, die einzig mit ihren Stimmen Texturen, Harmonien und Klangkulissen kreieren. Ein Minimum an Komposition, maximal ein paar Schemas und Leitlinien, keine Mikros, kein Zubehör und Singende, die nicht zwingend unisono zusammenfinden – so das Rezept dieses Ensembles auf der Suche nach etwas Archaischem: Der Freude am Chaos.

Ausstellung / Residenzen: 12.00 bis 23.00 Uhr

Konferenzen und Performances:

Chefin des Kulturdiensts der Stadt Freiburg

Geschichte der Schreibekämpfung in Schweizer Städten

Nicole Staremberg ist Forschungsbeauftragte an der Universität Lausanne und Historikerin im Bereich der Städte und der schweizerischen urbanen Gesetzgebung. Sie untersucht die im 16. bis 18. Jahrhundert in den Städten geltenden Normen und Regelungen. In ihrem Vortrag lässt sie am Beispiel der Gesetzgebung gegen Geschrei und Lärm in Lausanne die urbane soziale Kontrolle als grundlegender Teil der schweizerischen protestantischen Identität wieder auferstehen.

Eine Konferenz über den Ursprung der Sprache

Professor für Neurowissenschaften an der Universität Neuenburg und der UniversitätSt Andrews in Schottland, Klaus Zuberbühler ist ein Spezialist für Spracheund die Verbreitung neuer sozialen Verhaltensweisen nicht-menschlicher Individuen, insbesondere von Primaten.

Der Mensch stammt vom Frosch ab – Vortrag über die Werke von Jean-Pierre Brisset

Der literarische Quergeist, Linguist und Erfinder des 19. Jahrhunderts war zunächst Konditor, dann Soldat und Professor für lebende Sprachen. Als er Bahnhofvorsteher war, kam schliesslich die Offenbarung: Die Menschen stammen von den Fröschen ab und die französische Sprache ist davon immer noch geprägt. Marc Décimo, Linguist, Dozent an der Universität von Orléans und Professor des Collège de Pataphysique (Lehrstuhl für literarische, ethnografische und architektonische Amoriographie) widmet sich Brissets Werken über das Schwimmen und die Linguistik, die seinerzeit schon Jules Romains, Marcel Duchamp, André Breton, Raymond Queneau und Michel Foucault fasziniert haben.

Noise Performance-Konzert

Humanimalismus, Psycho-Akustik, Stimme, Körper, Organe, Hardcore, Metal, DIY... all diese Begriffe fassen die geräuschintensiven Aktivitäten des Zürcher Musikers und Experimentators Dave Philips zusammen. Er ist seit 1980 in verschiedenen Formationen unterwegs und tritt gegenwärtig solo auf. Wie ein Katalysator bearbeitet er den Ton in radikalster Weise und zwingt seine Hörerschaft dazu, sich diesem bewusstseinserweiternden Hörerlebnis vollständig hinzugeben. Seine neue Komposition hat er eigens für das Screamscape geschaffen.

Präsentation der unabhängigen Prüfung der Swiss Scream Bank

Francesco Gregorio ist Feld-Ethnologe, Soziologe der Übersetzung und der Wissenschaften, Philosoph, Philologe und Polyglott und stellt die Ergebnisse seiner Analyse der Swiss Scream Bank unter einem soziologischen Gesichtspunkt vor. Das internationale Forschungsinstitut des Schreis hat ihn nämlich damit beauftragt, ein unabhängiges Gutachten über die hunderte, während eine halben Jahres in der Schweiz gesammelten Schreie und ihrer Auswirkungen auf den Markt zu erstellen.

Installation und Klang-Performance

Als Zeugnis der konstanten Neuformatierung digitaler Dateien hat die Arbeit von Delphine Depres ihren Ursprung in Schreien der Swiss Scream Bank, deren Wellenlänge sie in 3D ausdruckt. Die Objekte mit ihren kleinen Bergen werden wie eine Kammlinie angeordnet, mit der Kamera abgefahren und gefilmt. Das Video wird so zu einer Art Partitur, die Depres am Sreamscape mit ihrem Theremin vorträgt. Delphine Depres ist bildende Künstlerin, Videokünstlerin und Performerin mit einem Diplom der HEAD in Genf.

Ausstellung: 13.00 bis 23.00 Uhr

Konzerte und Performances:

Labor für radiophonische Schöpfung

David Collin wird sich für seine Sendung „Le Labo“, die jeden Sonntagabend auf Espace 2 ausgestrahlt wird, innerhalb des Screamscape einrichten. Über die Radiosendung hinaus wird das Labo während der ganzen Woche als sicht- und hörbares Organ des Publikums agieren. Das Produktionsteam setzt sich zusammen aus Jonas Pool, David Christoffel, David Collin und Christophe Eisseva.

Vortrags-Performance

Vincent Barras, Klangpoet und Medizinhistoriker an der Uni Lausanne, Übersetzer und Fachmann für experimentelle Musik, bietet eine neue Version seiner Performance „Speech“, bei der die Anatomie genauso zur Sprache kommt wie die Klempnerei des Schreis.

Pièce sonore en quadriphonie

In der tief spirituellen Stadt Freiburg ziehen Chessex & Montavon mit dem Mikro bewaffnet durch die Stadt auf der Suche nach dem Geist jener, die den Atem rauben und aller anderen heutigen Beschwörungen von Pneumas.

Performance

Die Genfer Künstlerin Ramaya Tegegne hat eine Serie von Performance-Bootlegs entwickelt, durch die sie dieses Medium als eine vergängliche Form der Produktion erkundet. Für die Performance greift sie zu einer sehr persönlichen Interpretation des Songs Feelings von Nina Simone am Festival von Montreux in 1976.

Vokale Improvisation

Die Sängerin der legendären Noise-Band Hijokaidan trägt ihren Übernamen „Scream Queen“ zu Recht. Ausgestattet mit einem Stimmorgan von aussergewöhnlicher Widerstandsfähigkeit, kann Junko an die zehn Minuten lang schrille Schreie ausstossen. Ihr elektronisch verstärktes Geschrei bei Frequenzen, die an einen Zahnarztbohrer denken lassen, setzt die Zuhörerinnen und Zuhörer einer schauderhaften und zugleich faszinierenden Erfahrung aus.

Stefan Tcherepnin

Mit: Bastien Masset.
Der amerikanische Künstler und Musiker präsentiert eine Neukreation in Zusammenarbeit mit 6 Freiburger Sängerinnen und Sängern. Während dem Kompositionsvorgang werden die a capella-Stimmen gesampelt und live elektronisch bearbeitet.

Als Künstler und Musiker ist Stefan Tcherepnin bekannt für seine kooperativen Tonarbeiten. Er interessiert sich für Fragen im Bereich Arbeitsprozesse und Anpassung an einen Kontext und hat polymorphe Strategien entwickelt: Seine Stücke können elektronisch, akustisch, geräuschvoll oder sogar völlig organisch sein, wie etwa sein Grosskonzert aus Regentropfen (2013, in Zusammenarbeit mit Tobias Madison und Emanuel Rossetti). Seine Kompositionen wurden in der ganzen Welt von der MoMA in New York bis zur Kunsthalle in Bern aufgeführt.

Klang-Performance

Das zufällige Zusammentreffen eines Zürcher Kurators und Kunsthistorikers mit einer Genfer Künstlerin und Musikerin auf einem Seziertisch. Fink und Calame bieten einen musikalischen Vortrag ganz neuer Art.

Die Schreie des Fri Art-Gebäudes

Als Ingenieur wird Michael Gendreau regelmässig damit beauftragt, Schallauswirkungen von grossen Infrastrukturprojekten zu beurteilen (beispielsweise in der Tokioter Metro). Er ist nicht nur ein führender Spezialist im Bereich der akustischen Physik, sondern auch Musiker und stellt seine hochqualifizierten wissenschaftlichen Kenntnisse in den Dienst künstlerischer Aktivitäten. Im Allgemeinen infiltriert er die Architektur und Struktur der Gebäude, in denen er gastiert. In der Kunsthalle Fri Art lässt er die „Schreie“ des Gebäudes durch das Heizungssystem in poetischer Weise hörbar werden.

Techno-Scream !

Julie Hugo, bekannt als Leadsängerin der Elektro-Punk-Combo „Solange La Frange“, hat aus der Swiss Scream Bank die durchdringendsten Schreie herausgepickt und diese zum Haupt-Vokabular ihres wilden und frenetischen Elektro-Mix gemacht.

Konferenz / Performance

Über die Nutzlosigkeit des Schreis in der Kultur des 20. Jahrhunderts.

Ausstellung: 12.00 bis 23.00 Uhr
Bar und Essensstand sind offen ab 12 Uhr

Konzerte und Performances:

Workshop für musikalischen Ausdruck - keine musikalischen Vorkenntnisse nötig.

Unter dem aufmerksamen Blick von Nicole Schafer und anderen Musikbegeisterten erarbeiten die Kinder selbständig kleine stimmliche und musikalische Improvisationen. Dieser Workshop eröffnet den Kindern eine neue Welt, in der sie sich problemlos zurechtfinden. Wahrnehmung, Spontanität, Selbstvertrauen, Teamgeist und Intelligenz werden stimuliert und die Kinder lernen, ihre Emotionen auf spielerische und kreative Art und Weise auszudrücken.
Die kleinen, zwischen 13.00 und 14.00 Uhr erarbeiteten Stücke werden dem Publikum um 14.15 Uhr vorgestellt.
Mitproduziert und organisiert vom Verein Eclatsconcerts: www.eclatsconcerts.ch/
Anmeldung obligatorisch : info@fri-art.ch
10.- (oder 5.- beim Vorweisen eines Tageseintritts)

Experimentelle Musik für alle!

Öffentliche Darbietung der Musikstücke, die von den Kindern im um 13.00 Uhr beginnenden Workshop für Improvisationsmusik kreiert worden sind. Betreut von Nicole Schafer und Benedikt Hayot vom Verein Eclats Concerts.
Koproduziert und organisiert vom Verein Eclats Concerts : www.eclatsconcerts.ch/

Improvisation, Noise, Psychedelic

Keiji Haino ist eine wahre Legende der experimentellen Tokioter Noise-Szene. Mit seiner proto-noise-Band Fushitsusha ist er seit Mitte der 1970 Jahre aktiv. Jedes Konzert des Künstlers ist eine Neuschöpfung und eine wahrhaftige aussergewöhnliche sonore Katharsis. Seine extremen musikalischen Erkundungen mit Stimme, Gitarre und elektronischen Theremins erweitern systematisch die Grenzen des Bekannten und eröffnen so musikalisches Neuland.
Für das Screamscape bereitet er experimentelle Koloraturen vor, die niemanden kalt lassen werden.

"Le zen c'est zazen", Maître Taisen Deshimaru


"Zen ist Zazen ", Meister Taisen Deshimaru
Einfach nur sitzen, in der Haltung, die der Bouddha bei seinem Erwachen prakizierte, frei von Erwartungen, von jeglichem Ziel, ohne irgendeinem Gedanken oder mentalen Grübeleien zu folgen. Gerader Rücken, zurückgezogenes Kinn, der Blick ruhend in der Bewegungslosigkeit und der Stille. Den Blick nach innen wenden. Das ist das herz der Zenpraxis.
Mit der Sitzgruppe Kôsetsu-ji Fribourg und Simone Jiko Wolf, Äbtissin des Zentempels Kôsetsu-ji in Cerneux Péquignot, begleitet von Mönchen und Nonnen des Tempels
Sitzgruppe Kôsetsu-Ji Fribourg - kosetsujifribourg@gmail.com
www.facebook.com/kosetsuji.fribourg
www.zen-soto.ch
www.zen-azi.org

Jazz aus Karton.

Primäres Schlagzeug und kehliges Ausrufen der sanften Art.

Liliput Remix !

Judith Huber und Silvia Isenschmid sind aus zwei verschiedenen Generationen von Performerinnen hervorgegangen und bedienen sich hier eines Stücks der Zürcher Post Funk-Frauenband Liliput. Sie haben ein Motiv und einen Schrei der Original-Komposition isoliert und schöpfen diese Elemente in einer minimalistischen Performance aus.

Kinderchor

Fondé en 1935, Les Marmousets est le chœur mixte d'enfants (5-16 ans) le plus réputé de Suisse. Il est actuellement emmené Les Marmousets wurde 1935 gegründet und ist einer der bekanntesten gemischten Kinderchöre (5 – 16 Jahre) der Schweiz. Er wird derzeit durch Germaine Pfister-Menétrey und Vincent Pfister geleitet, die Tochter bzw. der Enkel der Gründerin. Ein anspruchsvolles Repertoire, rigorose Stimmbildungsarbeit, aber auch Humor und Poesie kennzeichnen den Chor. Er präsentiert ein Konzert aus eigener Produktion, das speziell für diesen Anlass vorbereitet wurde. Zudem wird das Stück Disseminatio in Angriff genommen, das von Gregory Whitehead und Thibault Walter eigens für diesen Anlass geschaffen wurde. Diese Komposition lässt seinen Interpreten viel Raum für Improvisation und Spontanität und man darf sich auf magische Momente freuen!

Bossa nova noise

Der französische Musiker Michel Henritzi, der in den 1980er Jahren Teil verschiedener Formationen im Punk- und Industrial-Bereich war, ist Musikkritiker und ein Kenner der musikalischen Underground-Szene Japans. Seit mehreren Jahren treten er und die scream queen Junko zusammen als Duo auf: Dabei wird eine in den hohen Tönen sehr scharfe Stimme mit einer flach gespielten Slide-Gitarre à la Neil Young kombiniert, um einen Noise zu kreieren, der von intimer Atmosphäre bis hin zur Schallmauer führt.

Akustische Performance

Der spanisch-schweizerische Klangkünstler Francisco Meirino bearbeitet ausdauernd die Bugs analoger und digitaler Systeme, aus denen er urtümliche und komplexe Kompositionen schöpft. Der akustische Raum eines Ortes und seine individuellen Charakteristiken (Rohrleitungen, Scheiben, Resonanzen usw.) werden in sein Schaffen integriert, das immer geistreicher und detaillierter wird und immer mehr auf das Unmerkliche, das Unbemerkte achtet. Über ein akusmatisches System nährt er das Screamscape mit Schreien, die so verbreitet und zusammengestellt werden, als wären sie Geflüster.

Darbietung des emblematischen Stücks des Co-Kurators von Screamscape

Performance-Vortrag über die Kulturgeschichte des Schreis

Wie ein Humanist der Renaissance ist Allen S. Weiss, Professor an der Universität von New York, ein Spezialist auf so vielfältigen Gebieten wie Radiokunst, Art brut, Kino, Landschaften oder Gastronomie. Weiss hält zwei Vorträge, einen zum Thema Pressure of the Unspeakable, ein Radio-Projekt über das von Gregory Whitehead im 1991 geschaffene australische Screamscape, und den anderen über die Geschichte des Schreis in der Kunst.